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Liebe Freunde und Betreiber des Motorsports mit dem historischen Automobil:

in diesen Tagen werden allenthalben Garagen, Schuppen, etc. geöffnet, und das automobile Schätzchen in aller Vorsicht ins Freie gebracht. Die Zeit ist reif, eine technische Kontrolle vorzunehmen, bevor der Alltag im classisch-histoischen Motorsport wieder beginnt. In diesem Jahr wollen wir uns aber (die Herren Fahrer mögen es uns nachsehen…) dem wichtigeren Mann auf der rechten Seite des Fahrzeuges, dem Beifahrer, widmen (wobei unser ´alter` Freund Harald Demuth seit Jahren die Ansicht vertritt, dass der Spruch: „Das Gehirn sitzt rechts!“ nur in Zusammenhang mit dem Einbau des Lenkrades im Auto zu sehen sei; Anm. d. Verf. – aber wir schweifen ab….)
Für den Beifahrer im historischen Rallyesport haben wir – fast – alles, was dessen Herz höher schlagen läßt, und den erhofften Erfolg in greifbare Nähe rückt:
Für die Countdown-Zeitmessung einenTriple-Timer,
eine historisch-originale Zeittabelle,
ein ordentliches Klapp-Klemmbrett, und
last but not at least eines der wichtigsten Utensilien für einen Rallye-Beifahrer,
ein Umhänge-Kugelschreiber (in den unterschiedlichsten Ausführungen, mit Licht zum Beispiel oder in exklusivem Alu-Lock).
Klicken Sie sich bitte unter
www.gerdplietschpresse.de in das „classic-center“ und von dort aus weiter in die „Orderliste“ – wir haben alles ´was Sie brauchen.
Getreu dem alten Werbespruch: „Was wir nicht haben, brauchen Sie auch nicht!“ (:-).
Für die Neu- und Wiedereinsteiger haben wir zudem etliches informatives an Lese- und Unterrichts-Material, von Broschüren („Leitfaden für Orientierungsfahrten“, „3-2-1-0-Los!!1; Tipps und Tricks für Beifahrer im historischen Rallyesport“) auf Papier bis zu einer Powerpoint-Präsentation, die Sie sich mittels Beamer in ihrem Freundeskreis oder im Verein gemeinsam erarbeiten können. Sollten Sie einem Rallye-Beifahrer ein Geschenk (wozu auch immer) machen wollen, ein entsprechendes Set finden Sie ebenfalls bei uns.
Und für die Besitzer von Trip- oder Twinmaster haben wir auch noch eine umfangreiche Einbau- und Betriebsanleitung für diese traditionellen Rallye-Geräte.
Für die ´schnellen` Copiloten haben wir erstmals Ringbuch-Blocks von „omp“ für das Gebetbuch im Angebot, und zwar in DIN A 4 (für diejenigen Co´s, die „etwas größer schreiben müssen, weil sie das kleine nicht mehr optimal entziffern“ können, wie ein ungenannt bleiben wollender Beifahrer jüngst erklärte), und für die Kostenbewußten im preisgünstigen gpp – design.
Der langen Rede kurzer Sinn, vor dem Start in die neue Saison 2019, wofür wir Ihnen alles Gute und mindestens den von Ihnen selbst erhofften Erfolg gönnen, schauen Sie bei uns ´rein, Sie werden es sicher nicht bereuen!
Euer
Gerd Plietsch
PS: Und kurz vor Versand dieser Mail erhielten wir aus einem Nachlass noch einen nagelneuen Gulf Reisebag zum einmaligen Sonderpreis von 55 €.
Greifen Sie zu, bevor Ihr Konkurrent es tut....


Weitere Saisonauftakt-Erfolge für Coburger Motorsportler:

Podiumsplatz bei METZ-Rallye-Classic

(gpp) – Nach dem doch relativ kurzen Saison-Auftakt-´Geplänkel` bei der Labertal-Historic, begann für das Weidhausener Ehepaar Jochen Autsch und Inge Stamm-Autsch mit der inzwischen bereits 15.ten METZ-Rallye-Classic der wirkliche Ernst der diesjährigen Classic-Saison. Die zweitägige Veranstaltung, die an die früher zur Deutschen Rallyemeisterschaft zählenden Veranstaltung erinnert, stellt sehr hohe Anforderungen an ihre Teilnehmer, die sich aber durch nichts von einem Start abhalten lassen.
Sage und schreibe 113 (!) Teams aus fast dem gesamten Bundesgebiet waren nach Stein b. Nürnberg gekommen, um an eineinhalb Tagen Faber´s Bleistiftwald zu erobern. Die Verantwortlichen hatten für den Freitagnachmittag von 14 Uhr bis 19:42 Uhr sechs Wertungsprüfungen (WP) mit 77 Lichtschranken vorgesehen, und der Samstag, der um 8 Uhr begann und um 17:11 Uhr endete, beinhaltete auf zehn WP´s gar 104 (!) Lichtschranken, so dass das gleichmäßige Fahrgefühl an insgesamt 181 (!) Lichtschranken gefordert wurde.
„Da braucht´s eine eingespielte Top-Koordination zwischen Fahrer und Beifahrer“, so Inge Stamm-Autsch am Freitagmittag vor dem Start, „von den Fähigkeiten, zudem die mitunter eingebauten Orientierungsaufgaben zu lösen, gar nicht zu reden!“ Am Abend des ersten Tages fanden sich die beiden Weidhausener mit ihrem 1977´er Porsche 911 SC 3.0 dann mit einer Gesamtabweichung bei den 77 Zeitkontrollen von lediglich knapp über zehn Sekunden auf dem dritten Platz in ihrer Klasse wieder, waren Vierte in ihrer Gruppe und hatten sich unter den weit über 100 Teilnehmern immerhin noch Rang 16 gesichert. Dreimal waren die beiden an verschiedenen Zeitkontrollen dabei um lediglich eine Hundertstel-Sekunde zu früh oder zu spät und an einer durchfuhren sie den unsichtbaren Laserstrahl sogar auf die Hundertstel-Sekunde genau. „Da waren wir beim Abendessen und danach durchaus zufrieden und nahmen uns für den Samstag schon noch einiges vor!“
Das in langen gemeinsamen historischen Veranstaltungen eingespielte und erfahrene Classic-Rallye-Team des AMC Coburg im ADAC legte sich am zweiten Tag dann überaus engagiert und ernsthaft in´s Zeug und konnte sich gleich in der ersten WP des Tages neben zwei Abweichungen von erneut nur einer Hundertstel-Sekunde sogar einen weiteren NULL´er eintragen lassen – doch das Malheur geschah dann in der WP acht, in der neben erneut zwei Abweichungen von nur einer Hundertstel-Sekunde aber auch eine „unaufholbare“ Abweichung von über fünf Sekunden zu Buche schlug, „weil ich beim Übertragen der Zeiten ins Bordbuch einen Leichtsinnsfehler machte“ ärgerte sich die Copilotin, doch auch Jochen Autsch hatte Grund zum Hadern: „Weil ich gleich zwei Lichtschranken sehr ungenau angefahren bin!“
Autsch/Stamm-Autsch ließen sich aber dennoch nicht aus der Ruhe bringen, rissen sich nicht nur am Riemen sondern auch gewaltig am Hosenträgergurt, und absolvierten die folgenden WP´s mit Abweichungen von jeweils knapp eineinhalb Sekunden. Dabei fielen noch etliche Hundertstel-Abweichungen und sogar noch zwei NULL´er an, und das Weidhausener Ehepaar war am Ende „überfroh“, nach gut 500 Rallye-Kilometern den dritten Platz in der Sanduhrklasse gehalten zu haben und im Gesamtklassement der 94 in Wertung ins Ziel gekommenen Teilnehmer nur um eine Rang auf Platz 17 ´abgerutscht´ zu sein.
„Insgesamt gesehen, sind wir mit unserem Abschneiden bei einer der schwierigsten Classcic-Rallyes doch mehr als zufrieden!“ äußerten sich die beiden bei der Siegerehrung.
Alle Ergebnisse im Detail gibt es im Übrigen bei
www.metz-rallye-classic.de und weitere Informationen unter www.amc-coburg.de.

Gerd Plietsch


Teilnehmerrekord bei Autoslalom des AC Hof:

Marktredwitzer Andreas Krämer fährt allen auf und davon

(gpp) – Eine kleine steife Brise wehte am Morgen des 1. Mai noch durch das Hof-Haid´er Automobil-Zulieferer-Zentrum und die Verantwortlichen, die Streckenposten und die Teilnehmer des Hofer Automobil-Slaloms sowie einige wenige Zuschauer fröstelten noch leicht.
Doch als um 10 Uhr der Start freigegeben wurde, gingen nicht nur die Temperaturen in den einzelnen Motoren in die Höhe, sondern auch die in den beteiligten Personen. Dabei zeigten die Fahrer der serienmäßigen Fahrzeuge, die traditionell den Auftakt bildeten, auch mit ´normaler` Leistung entsprechenden Kampf- und Siegeswillen, und Zuschauer sowie Mitbewerber sahen zum Teil äußerst spannende Zeitenjagden. Die serienmäßigen Fahrzeuge werden ja in Leistungsgewicht-Klassen (berechnet aus Gewicht (kg) und Leistung (kW) eingeteilt, und bei den kleinsten der Klasse G 6 und 7 setzte sich der für den MSC Scheßlitz startende Roland Müller mit seinem Ford Fiesta und einer Gesamtfahrzeit aus zwei Wertungsläufen von 1:31,19 min. um lediglich eine halbe Sekunde gegen den für den ADAC-OC-Naila startenden Marco Dorsch (VW Polo), dessen Gesamtfahrzeit 1:31,66 min, betrug durch. In den Klassen 5 und 3 kam´s zum Aufeinandertreffen des amtierenden NOO-Slalommeisters Philipp Varlemann vom MSC Pegnitz mit einem der Slalom-Urgesteine Nordbayerns, dem Stein´er Viktor Konstanty, der schon über 40 Jahre erfolgreich Slalomsport betreibt. Beide Fahrer vertrauten auf die Marke BMW und den Typ 323 i – und der jugendliche Nachwuchs-Pilot hatte am Ende die Nase knapp um über eine halbe Sekunde vor dem Stein´er Senior vorn. Die Klasse G 2 war voll im Griff der mit einem BMW 323 ti für den AC Bamberg startenden Ramona Schrüfer, die sowohl Groß- als auch Väterliche Motorsport-Gene in sich vereint und trotz den Strafsekunden für eine Pylone in Lauf eins ihre Klasse mit einem fast dreisekündigen Vorsprung gewann – und ist damit weit mehr als eine ´Alibi`-Motorsportlerin ist.
In der großen und leistungsstärksten Klasse G 1 ging dann der für den MSC Marktredwitz startende Andreas Krämer auf seinem schneeweißen BMW M 3 an den Start – und der ehemalige vierfache Slalom-Meister stanzte zwei fehlerfreie Zeiten von 36,40 sec. und 36,01 sec. in den immer wärmer werdenden Hofer Asphalt und holte sich damit souverän den Klassen- und den Gruppensieg.
Als nach einer kurzen Mittagspause die seriennahen Fahrzeuge an den Start gingen, war allen Beteiligten klar, dass die Zeiten von Andreas Krämer wohl nur sehr schwer zu erreichen sein würden. Weder Sebastian Schumacher (AC Stein, Klasse bis 1300 ccm Hubraum) mit seinem VW Polo, noch Thomas Gürtler (MSC Scheßlitz, Klasse bis 1600 ccm) auf Opel Corsa A, Bernd Schrüfer (BMW 318 i, AC Bamberg, Klasse bis 2 L) oder Günther Schwarz (BMW M 3, MSC Pegnitz, Klasse über 2 L) kamen wirklich an Krämers Zeiten heran.
So richtete sich das Augenmerk von Mitbewerbern und Zuschauern am Nachmittag auf die Gruppe der verbesserten Fahrzeuge und der für den AMC Coburg im ADAC startende Arnfried Bätz fuhr den giftgrünen Opel City Kadett mit zwei Zeiten von 39 Sekunden zu einem souveränen Klassensieg – aber Krämers Zeit blieb noch immer unangetastet. Und weder Uwe Deckelmann vom MSC Nordhalben, Klassensieger bei den Fahrzeugen bis 1600 ccm, kam mit einer Gesamtfahrzeit von 1:22,65 min. in seinem VW Polo 16 V auch nur annähernd an die bislang noch immer feststehende Tagesbestzeit heran wie auch der für den AC Waldershof startende Bernd Aßmann mit seinem Opel Kadett C, der mit einer Gesamtfahrzeit von 1:17,10 min. zwar seine Klasse gewann, aber ebenfalls an der 1:12´er Marke vom Vormittag scheiterte. So ruhten alle Hoffnungen auf den Vorjahressieger Matthias Kellner vom AC Waldershof, doch auch er scheiterte mit seinem Opel Kadett C, und mußte sogar den Klassensieg bei den Fahrzeugen über 2 L Hubraum an den Porsche-Piloten Franz Apel abgeben.
So durfte sich Andreas Krämer neben dem Pokal für den Gruppensieg am Ende des Tages auch noch den Pokal für den Gesamtsieger und Tagesschnellsten abholen.
Kurze Unterbrechungen der Veranstaltungen gab es, als zwei Fahrzeuge mit technischen Defekten liegen blieben und nur mit fremder Hilfe aus dem Parcours geborgen werden konnten.
Vom gastgebenden AC Hof waren gleich sieben Fahrer am Start und zeigten zum Saisonauftakt durchaus akzeptable Leistungen: Vater Thomas und Sohn Fabian Sandner (beide Himmelkron) hatten bei den serienmäßigen Fahrzeugen einen Serienmotor „mit gut 200 000 Kilometern auf der Uhr!“, in ihren Peugeot 206 eingebaut, und waren fahrtechnisch damit durchaus zufrieden. Doch Fabian kam wegen den Strafpunkten für eine Pylone in Lauf zwei in seiner Klasse nicht über Rang sieben hinaus und Vater Thomas sicherte seinen Filius mit Rang neun nach hinten ab. Hof´s motorsportlicher Neuzugang, Marc Roll fuhr seinen Ford Focus bei seiner Slalom-Premiere in seiner Klasse auf den „total überraschenden“ zweiten Platz. Bei den seriennahen Fahrzeugen fuhren Stefan Lindemann auf VW Polo und Mario Rückner auf die Plätze drei und sechs und auch Stefan Vogtmann erfuhr sich mit seinem verbessertern VW Polo einen dritten Podestrang heraus. Uwe Schindler wurde mit seinen NSU TT Sechster.
Bei den einzelnen Siegerehrungen bedankten sich die beiden Vorsitzenden Karl-Heinz Bauer und Thomas Sandner bei allen Beteiligten für das sportlich faire Verhalten und bei den Anliegern im Automobil-Zulieferer-Zentrum sowie bei den zuständigen Genehmigungsbehörden für die gewährte Unterstützung.
Weitere Informationen und alle Ergebnisse im Detail gibt es im Internet unter
www.ac-hof.de.

Gerd Plietsch


Einmal ein Routinier und einmal ein Nachwuchsfahrer:

Rudolf Hornfeck und Kilian Nierenz gewinnen Werner-Marth-Gedächtnis-Läufe

(gpp) – Ein neuer Austragungsort, ein neues Glück?!2
Dank der Initiative des Kemnathers Hansi Walter gibt es in der nord-ost-oberfränkischen Cross-Slalom-Meisterschaft einen weiteren, neuen Austragungsort – und zwar das ADAC-Motodrom „KTM-Ring“ des Motorsportclubs (MSC) Höchstädt. Genau eine Woche nachdem dort die Auto-Cross´er ihren Deutschen Meisterschaftslauf ausgetragen hatten, drängten nun die Slalom-Crosser bei der Veranstaltung des Motorsportclubs Wiesau in das Geläuf´ und versuchten, sich dort beim Saison-Auftakt des Nord-Ost-Oberfranken-Pokals zu profilieren.
Allerdings konnte nicht genau auf der Idealstrecke der Auto-Cross-Veranstaltung gefahren werden, „denn für evtl. Bergungen aus einem großen Wasserloch an der tiefsten Stelle des Parcours hätten wir vermutlich Taucher benötigt“, so Walter in einem Pressegespräch. Die (lt. Wetterbericht) ´Aussicht` auf evtl. Schnee ließ einige Teams die bereits eingemotteten Winterreifen wieder aus- und danach einpacken – jedoch blieb das tatsächliche Wetter „Gottseidank!“ hinter den Voraussagen zurück. Tatsächlich aber traten einige Teams mit Winterreifen an, so zum Beispiel die Fahrer des engel-cross-teams, die sich Vredestein-Winterräder auf die Toyota Corolla aufgeschnallt hatten und Stefan Lindemann und Mario Rückner (beide ebenfalls AC Hof) gingen sogar mit Barum-Icemaster Reifen an ihrem allradgetriebenen Subaru Justy an den Start.
Die Vormittags-Veranstaltung begann auf denkbar schlechtem Untergrund, schmierig, rutschig, matschig und eine richtig schnelle Spur zu finden, schien anfangs gar nicht möglich. Doch da es der Wettergott ja – meistens – gut mit den Motorsportlern meint, blieb es trocken und jedes Fahrzeug trocknete den Parcours peu á peu ab, so dass sich zu den ersten und gar den zweiten Wertungsläufen gegenüber den Trainingsläufen „eine spürbare Grip-Verbesserung einstellte!“ wie fast alle Teilnehmer freudig verkündeten.
Die serienmäßige Gruppe G gewann der ´wiederauferstandene Wirbelgeschädigte` Thomas Blumreich vom MSC Gefrees auf seinem frontgetriebenen VW Polo mit einer knappen halben Sekunde Vorsprung vor Tobia Hornfeck vom AMC Naila, der auf einen allradgetriebenen Opel Vectra vertraute. Bei den verbesserten Fahrzeugen fuhren gleich fünf Fahrer – kumuliert – fast bis auf die Hundertstel Sekunde gleiche Zeiten – und am Ende setzte sich Rudolf Hornfeck vom AMC Naila mit seinem über 2 L Opel Calibra um ganze sieben Hundertstel-Sekunden gegenüber Stefan Sell MSC Naila mit seinem 2 L Audi quattro durch – doch dessen Klassensieg und sein zweiter Platz in der Gruppe H war alles andere als ungefährdet, denn hinter ihm lauerte Sebastian Schmidt vom MSC Bayreuth auf einem Audi TT – ganze zwei Hundertstel zurück, dahinter folgte Kilian Nierenz, ebenfalls AMC Naila, der seinen neuen Audi quattro nur 33 Hundertstel-Sekunden dahinter gerade noch auf den dritten Platz der Klasse bis 2 L Hubraum schaffte, gejagt vom MSC Bayreuther Toni Bayer, der den Schmidt TT mit lediglich weiteren fünf Hundertstel-Sekunden durch die Ziellichtschranken auf Rang vier steuerte.
Beste Dame wurde im Übrigen mit Sarah Lang eine weitere Motorsportlerin des AMC Naila und unter den insgesamt 33 (!) Teilnehmern war sogar ein Starter aus Freising, und Timo Schwarz machte es offenbar nichts aus, für einen Cross-Slalom eine Anreise von „zweieinhalb bis drei Stunden“ hinzunehmen. Der bildschöne Opel Manta war allerdings viel zu  schön um im Höchstädter Schlamm ´geschlachtet` zu werden, und so hielt sich der Südbayer offenbar ein wenig zurück und belegte bei den 2 L Autos Rang acht.
Am Nachmittag war der Parcours so abgetrocknet „und wirklich griffig!“, dass sich Organisator Hans Walter entschloss, am Nachmittag gleich zwei Runden fahren zu lassen – und die Fahrer dankten es ihm: „Nachmittags hat es wirklich und so richtig Spaß gemacht!“ so etliche zufriedene Teilnehmer.
Am Nachmittag revanchierte sich Tobias Hornfeck mit seinem Allrad-Vectra und verblies Thomas Blumreich gleich um acht Sekunden und gewann die Gruppe G. Auf der verlängerten Strecke holte auch Kilian Nierenz bei den verbesserten Fahrzeugen zum Gegenschlag aus und verwies den Gesamtsieger des Vormittages, Rudolf Hornfeck mit 18 Hundertstel-Sekunden Vorsprung auf den zweiten Platz der Gruppe und der Bayreuther Sebastian Schmidt blieb mit seinem TT gleich um eine ganze Sekunde zurück. Die einzige Person die sowohl am Vormittag als auch am Nachmittag gewann, war Sarah Lang vom AMC Naila.
Die am Vormittag noch recht erfolgreich mit ihren Winterreifen agierenden Starter des AC Hof hatten bei immer mehr Grip am Nachmittag ein wenig das Nachsehen, und Vormittags-Klassensieger Stefan Lindemann bei den 1300´ern kam am Nachmittag mit seinem Subaru. Justy gerade noch auf Platz drei. Weniger zum Tragen kam die Reifengeschichte bei den 1600´ern, denn Thomas Gottfried, Helmut Hodel und Robert Plietsch waren mit ihrer engel-corolla die einzigen Starter und blieben so auch ergebnistechnisch ungefährdet unter sich.
Insgesamt war die neue Veranstaltung eine wahre Bereicherung der nord-ost-oberfränkischen Cross-Slalom-Szene, und es ist zu hoffen, dass sie keine Eintagsfliege bleiben möge, sondern sich im NOO-Terminkalender verfestigt.
Weitere Informationen und alle Ergebnisse im Detail gibt es im Internet unter
www.msc-wiesau.de.

Gerd Plietsch


VERBEUGUNG vor

Dr. Werner Rottenberg

Gottseidank einmal eine Gelegenheit, vor einer noch lebenden Person eine aufrichtige und durchaus verdiente Verbeugung zu machen:
Vor dem ehem. Zahnarzt Dr. Werner Rottenberg einer tatsächlichen und wirklichen motorsportlichen Legende!
Am 15. März 1952 gründet er mit einigen Gleichgesinnten den Vespa Club Berlin, dem es in seiner Wiege garantiert nicht gesungen wurde, dass er einst mit vierrädrigen Fahrzeugen für motorsportliche Furore sorgen sollte.
Bereits 1954 wählte man Dr. Werner Rottenberg zum Vorsitzenden (in einem Jahr, in dem der Chronist gerade ´mal geboren wurde) und mit der tatkräftigen und nie endenden Unterstützung seiner Ehefrau Brigitte leitete er den „vcb“ sage und schreibe 66 (!) Jahre. (Da muss selbst der leider inzwischen verstorbene Hans Schwägerl passen und in der Reihung der am längsten wirkenden Vereins-Vorsitzenden hinter Dr. Rottenberg zurückstehen. Und lt. ADAC Berlin-Brandenburg gibt es bundesweit niemanden in den ganzen angeschlossenen Ortsclubs, der auf eine ähnlich lange Vorstandsarbeit zurückblicken kann; Anm. d. Verf.).
Am 20. Februar 2016 trat er das Führungsamt im vcb an Monika Weber ab und ein gutes Jahr später, als der vcb seinen 67. Geburtstag feierte, gab Dr. Werner Rottenberg (der sogar bis ins hohe Alter immer wieder einmal mit seinem Suzuki Swift bei nationalen Rallye gesehen wurde!) auch das Amt als stellvertretender Vorsitzender ab – und wird sich nun wohl dem seit Jahrzehnten verdienten ´Un`-ruhestand widmen.
Dass ihm dies mit einer weiterhin stabilen Gesundheit und noch lange gelingen möge,
wünscht Ihnen, lieber Dr. Rottenberg
Ihr
Gerd PLIETSCH


Nach drei Tagen, zwei Ländern und 1.100 Kilometer Strecke:

Willy und Christa Eisinger gewinnen 42. Int. Rallye Wiesbaden

(gpp) – Es gibt noch ein paar wenige, die damals dabei waren, in den goldenen sechziger und siebziger Jahren des vorigen Jahrhunderts, als der Rallyesport eine Blüte erlebte – und vor allem in der damaligen Tschechoslowakei ausgefahren wurde. Das war unter anderem die Int. Bayer. Winterrallye des Motorsportclubs (MSC) Marktredwitz, oder die Int. Rallye Wiesbaden, deren Start- und Zielorte in Deutschland lagen, dazwischen aber hunderte von Kilometern in Westböhmen von Nord nach Süd und von Süd nach Nord ausgefahren wurden.
Und wenn ehemalige Teilnehmer, wie zum Beispiel der Thiersheimer Unternehmer Gerd König, davon erzählen, schleicht sich ein breites Grinsen über das Gesicht und die Augen leuchten: „Nachts, wenn das Volk schlief, jagten wir durch Stadt und Land, und es gab eigentlich kein halten. Die Geschwindigkeitsbeschränkungen waren nachts ja aufgehoben – auch und vor allem in den Städten, Märkten, Gemeinden und Dörfern – und so man über einen entsprechenden Beifahrer verfügte, der entweder die Strecken schon vorher kannte oder deren genauen Kurvenverlauf aus den Karten herauslesen konnte, war´s Fahren am Limit – und manchmal natürlich auch darüber hinaus!“
Im Jahr 1976 ging auch der neue Rallyesport-Stern Walter Röhrl mit seinem ´Entdecker` und langjährigen Förderer Herbert Marecek auf einem Ford Capri RS aus dem norddeutschen Hause Kleint an den Start – und gewann, natürlich! „Hier trennt sich die Spreu vom Weizen“ urteilte der spätere zweimalige Rallye-Weltmeister und hat nachgerade die Int. Rallye Wiesbaden nach wie vor in sein Herz geschlossen. Das zeigt seine Teilnahmen ab und zu, auch wenn er mit die nach seinen Worten „Dipflscheißerei“ – gemeint ist das Fahren auf Sollzeit und Gleichmäßigkeit – eigentlich verabscheut.
Seit 2011 wird die Int. Rallye Wiesbaden, wie viele frühere Deutsche Rallyemeisterschafts-Läufe als Classic- oder Historic-Veranstaltung wieder aufgelegt und ausgefahren, und das Gruseln, welches mancher bei der Erinnerung an Rallyes wie die „Vorderpfalz“, die „Bayerwald“, die „METZ“, die „Histo-Monte“ und vieler anderer, großer und bedeutsamer Rallyes der vergangenen Jahrzehnte bekommt, kommt den heutigen Organisatoren durchaus recht gelegen, schließlich kann man selbst als heutiger Teilnehmer noch ein wenig davon erahnen.
Zum wiederholten Male trafen sich die fast fünfzig Teilnehmer im Eschenfeldener „Speedtreibhaus“ der Hersbrucker Rallye-Brüder Rudolf und Horst Linn und gingen von dort aus auf die gut 1.100 km lange Strecke durch Deutschland und Tschechien und absolvierten an den drei Rallye-Tagen (bis Samstag) etwa 300 Kilometer Sollzeitprüfungen, zum Teil auf den Originalstrecken der früheren, legendären Int. Rallye Wiesbaden.
Der Chronist ´erwischte´ die Teams kurz nach dem Grenzübertritt vom oberpfälzischen Mähring in die Tschechische Republik, wo von Broumov aus die fünfte Wertungsprüfung nach Chodovska Hut ausgefahren wurde.
Da die Veranstaltung gerade erst einmal dreieinviertel Stunden alt war, waren die meisten Teams noch guter Dinge, auch wenn die Reihenfolge der Startnummern schon ein wenig durcheinander geraten war. Eine gewisse Nervosität waren eigentlich nur bei manchen Beifahrern/innen feststellbar – kein Wunder, was sich nach vielen Blicken in die Cockpits offenbarte: elektronische Technik, als wäre man in der Concorde. Und nicht jede/r Copilot/in erweckte den Eindruck, als beherrsche er / oder sie das Sammelsurium an Wegstreckenzählern, Countdown-Timern, Tabletts und anderen Anzeige-Instrumenten, die unsereinem bislang noch gar nicht vor die Augen gekommen sind, aus dem Eff-Eff.
Aber über das Thema bis auf die letzte Schraube originale Oldtimer und dann digitale Technik im Cockpit haben wir ja schon räsoniert – deshalb wenden wir uns wieder der 42. Ausgabe der Int. Rallye Wiesbaden zu, die nach dem Grenzübertritt am Donnerstag-Nachmittag nach Tschechien zuerst das Etappenziel Plzen ansteuerte und deren Teilnehmer danach aufgeregte Blicke auf die Ergebnisse der ersten Etappe warfen.
Nach acht WP´s (davon eine geheime) rangierten Willy und Christa Eisingen mit ihrem 1985´er Porsche 911 Carrera mit lediglich 0:00:00, 44 min. Abweichung auf Platz eins vor Gerd Lambert und Normen Schulze auf einem 1970´er Porsche 911 SC Targa und 0:00:00,65 min. Abweichung sowie Frank und Rolf Jungnickel auf einem 1985´er BMW 325 iX und einer Abweichung von 0:00:00,79 min. Auf Rang vier das für den AC Hersbruck startende Ehepaar Dr. Roland und Vera Wittmann, Mercedes 190E 2,3 16V (1985) und 0:00:00,81 min.  Der Nürnberger Violin-Bauer und jahrelange Seriensieger bei Classic- und Historic-Veranstaltungen, Hans-Werner Wirth lag mit seinem Fahrer Eberhard Hess auf einem Porsche Carrera RS (1973) mit einer Abweichung von 0:00:01,44 min. auf  Rang fünf. Der Mitbesitzer des „Speedtreibhauses“ in Eschenfelden, Rudolf Linn, war zu diesem frühen Zeitpunkt mit seinem Fahrer Andreas Götz in einem 1987`er Porsche 911 Carrera und einer Abweichung von 0:00:03,54 min. auf Gesamtrang 15 unter den 42 Startern, die allesamt diese erste Etappe in Wertung beendeten.
Der zweite Tag war die Mammutetappe von Plzen aus über Klatovy zurück ins bayerische Rittsteig und der zweiten Übernachtungspause in Regensburg. Und nachdem sich die verbliebenen 40 Teams das Abendessen im „Best Western Premier“ schmecken ließen, erarbeiteten die unermüdlichen Zeitnehmer im Hintergrund ein neues Ergebnis, inzwischen nach insgesamt zwanzig (davon jetzt zwei geheime) Prüfungen. Willy und Christa Eisinger hatten ihren Vorsprung verteidigt (Abw.: 0:00:01,50 min.) das Hersbrucker Ehepaar Dr. Roland und Vera Wittmann hatte sich mit ihrem Mercedes bis auf Rang zwei nach vorne gearbeitet (Abw.: 0:00:01,64 min.) und kam damit ihrem Vorjahressieg ein wenig näher. Gerd Lambert und Normen Schulz waren mit ihrem Porsche 911 Targa auf Rang drei abgerutscht (Abw.: 0:00:01,84 min,) und die am Vortag noch dritten, Frank und Rolf Jungnickel waren mit ihrem BMW 325 iX nun Vierte (Abw.: 0:00:02,86 min.). Rudolf Linn und Fahrer Andreas Götz hatten sich auf Rang 16 nach vorne gefahren (Abw.: 00:00:10,81 min.) und Hans-Werner Wirth war mit seinem Fahrer Eberhard Hess mit einer Gesamt-Abweichung von 0:00:13,64 min. auf Rang 19 nach hinten durchgereicht worden, direkt vor dem ehemaligen Rad-Querfeldein-Weltmeister und seit Jahrzehnten bekennenden Oldtimer- und Historic-Fan Klaus-Peter Thaler der mit Beifahrer Udo Volckmann mit einem Opel Commodore B GSE und eine Abweichung von 0:00:14,49 min. auf Platz zwanzig rangierten.
Die Samstagsetappe führte die verbliebenen Teams dann über eine Mittagsrast in Riedbach zurück nach Wiesbaden, wo im abendlichen „Wintergarten“ des Kurhauses Wiesbaden im Rahmen einer Gala ähnlichen Abendveranstaltung die Siegerehrung durchgeführt wurde.
Mit einer Gesamt-Abweichung von 0:00.01,83 min. nach insgesamt 26 Prüfungen (dabei zwei Geheime) fingen Willy und Christa Eisinger mit ihrem 1985´er Porsche 911 Carrera die Vorjahressieger Dr. Roland und Vera Wittmann (Mercedes 190E 2.3 16V, ebenfalls 1985) und einer nur äußerst geringfügig größeren Abweichung von 0:00:01,96 min. noch ab und verwiesen sie hinter sich auf Gesamtrang zwei. Dritte wurden Frank und Rolf Jungnickel (BMW 325 ix aus 1986) mit einer Gesamtabweichung von 0:00:03,66 min. „Speedtreibhaus“-Mitbesitzer Rudolf Linn lotste seinen Fahrer Andreas Götz und dessen 1987´er Porsche 911 Carrera mit einer Gesamtabweichung von 0:00:13,56 min. auf Platz 16 und der Nürnberger Violin-Bauer Hans-Werner Wirth fuhr mit Eberhard Hess im 1973´er Porsche Carrera RS und einer Gesamtabweichung von 0:00:15,53 min. auf Platz 18, gefolgt von Klaus-Peter Thaler und Udo Volckmann im 1972´er Opel Commodore B GSE und einer Gesamtabweichung von 0:00:16,55 min.
Von den 42 gestartete Teams erreichen 38 das Wiesbadener Ziel in Wertung, und die meisten von ihnen: „kommen wieder!“
Weitere Informationen und alle Ergebnisse im Detail gibt es im Internet unter
www.rallye-wiesbaden.com.

Gerd Plietsch


Erste und wohl einzige Int. Fahrrad-Rallye der Welt?

Int. Rallye der Stadt Mainz 1974

(gpp) – „By the way“, wie die Anglistiker sagen, sind wir bei den Recherchen und Berichtserarbeitungen (mein Gott, welch´ ein Wortungetümt?) zur Int. Rallye Wiesbaden zu einer einst in unmittelbarer Nachbarschaft stattfindenden ehem. Rallye gestoßen, nämlich der „Int. Rallye der Stadt Mainz“. Damals ein Lauf zur Deutschen Rallyemeisterschaft, aber mit Sicherheit nicht in allen Köpfen noch vorhanden.
Die Ausgabe des Jahres 1974 verdient aber eine besondere Erwähnung!
Warum?
Sie erinnern sich doch noch an das Jahr 1974? An die Ölkrise, das Sonntags-Fahrverbot und das Verbot zahlreicher Veranstaltungen – worunter die Motorsportler aus bekannten Gründen natürlich ganz besonders zu leiden hatten. Der Veranstaltungstermin am 6. und 7. Januar 1974 fiel nun gerade sehr genau in diese Zeit, und der Motorsport ganz im Besonderen,
Doch die Verantwortlichen um den damaligen Fahrtleiter Helmut Rehberg sagten ihre Rallye nicht ab – sondern ´widmeten` sie um in die erste Int. Fahrrad-Rallye der Welt!
„In einer kritischen Zeit werden wir Motorsportler beweisen, dass wir Sport betreiben wollen. Und wenn man uns unsere ´Geräte` verbietet, werden wir zur Demonstration zu anderen Waffen greifen!“ so das damalige Credo der Veranstalter.
„Die Waffe waren dann ganz fürchterlich: Serientourenräder, Spezialtourenräder mit Schaltung und Rennräder. Unterteilt in jeweils drei Klassen: bis 25 Jahre, bis 40 Jahre und darüber.“ schrieb der inzwischen leider verstorbene Jochen Berger (ehem. Beifahrer von Walter Röhrl und später Opel-Sportchef; Anm. d. Verf.) in der Abteilung „Deutsche Rallyemeisterschaft 1974“ des Rallye-Jahrbuchs „Tiefflieger“ des österreichischen Kult-Autors Herbert Volker, überaus plastisch und anschaulich.
183 (!) Starter nahmen teil und versuchten, die 35 km lange, in sieben Zeitabschnitte unterteilte und mit einer etwa 2000 Meter langen – oder besser – hohen Bergprüfung gespickt, Veranstaltung zu überstehen. „Wie lange sind 35 km wirklich?“ Per Pedes sicher länger als im PS-befeuerten Rallye-Auto. Und es gab, wie immer, welche die versuchten, sich (über-)-perfekt vorzubereiten. Walter Röhrl soll ein ein paar Fahrrad-Runden für das Fernsehen angeblich in die Notaufnahme verbracht worden sein, die Opel-Truppe hatte zusätzliche Tafeln an die Räder montieren lassen, „um die Werbeaufkleber der Sponsoren zur Geltung zu bringen“, und hatte auch ein Service-Fahrzeug mit Reserverädern vorbereitet. Allerdings fanden sich im Wettbewerb in diesem Fahrzeug keinerlei Teile – sondern ein paar Kästen Bier.
Beim abschließenden ´Rundstreckenrennen` in der Mainzer Innenstadt streuten die Zuschauer für Fahrer wie Rauno Aaltonen oder Walter Röhrl Sand in die Kurven, „damit die wenigstens einen Hauch von Schotter unter ihren Rädern spüren!“.
Nach fünf Stunden Fahrt erreichten immerhin 167 Fahrer das Ziel in Wertung – und hatten die allergrößten Schwierigkeiten die 57 Stufen des Städtischen Theaters zur Siegerehrung zu erklimmen.
Der damalige Chronist, Jochen Berger, nahm an diesem Rennen ebenfalls teil, aber ein Plattfuß verhinderte frühzeitig die Weiterfahrt und hinter etlichen vorgehaltenen Händen wurde kolportiert, „er habe dies vorher mit dem Ventil verabredet!“.
Die ganze, wirklich anekdotische Geschichte findet sich wie gesagt im Buch „Tiefflieger“ des Österreichers Herbert Völker mit dem Untertitel „Stories aus dem Rallyesport 74“. Es ist noch zu haben, vielleicht nicht mehr zum damals ausgelobten Preis, aber auch Antiquariats-Sonderpreise lohnen, denn neben dieser Geschichte gibt´s noch etliche weitere, die den damaligen, weltweiten Rallyesport interessant, spannend und überaus humoristisch beleuchten.

Gerd Plietsch


Kommen, fahren, sehen und gesehen werden:

11. Youngtimer-Treffen des Automobilclubs Hof

(gpp) – Der Planet strahlte, die zahlreichen, meist chromblitzenden Youngtimer sowieso und die zahllosen Fahrzeug-Besitzer, –Fahrer und Fans die sich rund um das Hofer Autohaus engel in der Hohensaas tummelten, erst recht!
Es ist der alljährlich nicht erste, aber doch durchaus wichtigste Termin und Auftritt für die nord-ost-oberfränkischen und südthüringischen Automobilsportler mit ihren historischen Fahrzeugen. Den meisten fehlt es zwar noch an der letztendlichen ´Anerkennung` als Oldtimer (Alter mindestens 30 Jahre; Anm. d. Verf.), aber auch und gerade deren Besitzer nutzen gerne und reichlich die Gelegenheit/en, die sich ihnen vor der endgültigen Anerkennung als Oldtimer bieten, sich mit ihren fahrbaren Untersätzen mit Gleichgesinnten zum Gedankenaustausch zu treffen.
Deshalb erfreut sich das Youngtimer-Treffen, welches der rührige Automobilclub (AC) Hof alljährlich ausrichtet immer größer werdender Beliebtheit, so dass selbst die große Außenfläche des Hofer Autohauses engel alljährlich ein wenig weniger Platz für alle Interessierten bietet.
Etliche Teilnehmer nutzten die Gelegenheit, ihren fahrbaren Untersatz auch der angebotenen, kleinen Ausfahrt einem ersten ´Test` zu unterziehen und die Alltagstauglichkeit auszutesten. Die Strecke führte von Hof aus über Haidt nach Schloßgattendorf, dann weiter nach Nentschau und über Regnitzlosau, Kautendorf und Tauperlitz wieder zurück nach Hof. Unterwegs waren ein paar Sonderaufgaben zu erfüllen, ähnlich wie der geforderte Seitenabstand vom rechten hinteren Rad von 25 cm zu einem auf dem Boden liegenden Balken, gleich nach dem Start. Nach der Zielankunft waren weitere, verschiedene Abstände zu Gattern vorne bzw. hinten einzuhalten und aufgrund der daraus resultierenden Strafpunkte, denn nur die allerwenigsten der 41 Teilnehmer an der Ausfahrt konnten die Abstände genau einhalten, ergab sich anschließend eine Wertung und Anita Schumacher, Oldtimer-Referentin beim AC Hof sowie Friedhelm Engel, ´Hausherr` des Youngtimer-Geländes, der auch den gesamten Tag über als Moderator und sachkundiger Ratgeber gefordert war, übergaben an die Sieger kleine Pokale der Anerkennung.
Bei den Motorrädern siegte Herbert Horstmann (Hof) mit seiner Puch FF 250 aus 1950, die Gruppe der PKW´s gewann der Haag´er Herbert Hofmann auf einem Opel Kadett C-L von 1974 mit lediglich 9 Strafpunkten vor Sebastian Barthel (Eschenbach) auf einem 1982´er Mercedes W 201 mit 15 Strafpunkten und dem Rehauer Günter Dunkel, der einen BMW 535 i aus 1990 fuhr und ganze 18 Strafpunkte eingefahren hatte.
Aufgrund des Einsehens des Wettergottes konnte die Veranstaltung am späten Nachmittag ohne jegliche Regenschauer beendet werden, und die Verantwortlichen des AC Hof um Anita Schumacher dankten allen Teilnehmern für das sportliche-faire Verhalten, der Familie Engel für die Zur-Verfügung-Stellung des Geländes und der Räumlichkeiten des Autohauses sowie bei den Genehmigungsbehörden und allen Helfern aus dem eigenen Verein, „die allesamt maßgeblich zum Gelingen der Veranstaltung beigetragen haben!“
Weitere Informationen und alle Ergebnisse im Detail gibt es im Internet unter
www.ac-hof.de.

Gerd Plietsch


„Auf ein Neues!“

Ronny´s schwarzer Blitz rollt wieder!

(gpp) – Der inzwischen mit roten Applikationen versehene ´schwarze-(VW Scirocco)-Blitz` des Lengenfelder Bergrennfahrers Ronny Hering rollt wieder und am Pfingstwochenende ( 9. und 10. Juni) beginnt für den Service-Techniker im Hofer Autohaus engel damit „endlich“ die Bergrenn-Saison 2019. Hering hat sich aber nicht nur für die Deutsche Bergmeisterschaft eingeschrieben, sondern auch und vor allem für den Berg-Cup, in dem eine eigene Klasse für historische Fahrzeuge geschaffen wurde, die sowohl von Teilnehmern als auch von den Zuschauern mit besonderer Aufmerksamkeit verfolgt wird.
Über ein Jahr hat sich Hering Zeit gelassen, einen neuen Motor für sein Wettbewerbsauto zu bauen und ist nach einem ersten Rollout beim IFA Fahrzeug-Festival am vergangenen Sonntag in Rebesgrün (b. Auerbach) überaus zufrieden.
„Wir haben aufgrund der Test- und Einstellfahrt (die für Privatfahrer wie mich und viele andere, die keine Gelegenheiten haben, ihre nicht für den öffentlichen Straßenverkehr zugelassenen Wettbewerbs-Fahrzeuge einem echten Fahr- und Leistungstest zu unterziehen, überaus wichtig sind und für die wir sehr, sehr dankbar sind!) noch einige ´Ungereimtheiten` festgestellt, die wir in den nächsten Tagen noch beheben, und dann steht einem Saisonstart nun nichts mehr im Wege!“ präzisierte Hering in gewohnt sachlich-knapper Form den „durchaus als gelungen zu bezeichnenden“ Test-Sonntag.
Die Eckdaten des schwarz-roten Boliden sind in etwa die gleichen wie früher (die Fahrzeuge müssen dem Gruppe 2-Reglement von 1981 entsprechen, und mit Teilen, und vor allem dem Geist dieser Epoche entsprechend, aufgebaut und ausgerüstet sein; Anm. d. Verf.): nämlich ein Gewicht von knapp 800 kg, ein Hubraum von 1,6 Litern, und eine Leistung von „guten und standfesten 180 PS! Und auch auf der Unterstützer-Seite ist trotz der Pause von mehr als einem Jahr seit den letzten Einsätzen alles gleich geblieben. „Und ich bin meinen Sponsoren überaus dankbar, dass sie mir die Treue gehalten, und auch das Vertrauen in mich nicht verloren haben!“
So zieren den schwarz-roten „Blitz“ weiterhin die Sponsoren-Aufkleber der Firmen „Boxenstopp LE“ in Lengenfeld, „Berner“ Werkzeuge in Künzelsau, „Elektro-Riedel“ in Schönbrunn, Metzgerei Otto in Mylau und der SIM-Autoservice in Netzschkau.
„Ein großer Dank gilt – wie in allen Jahren vorher auch – aber vor allen meinen weiteren, zumeist auch familiären, Helfern, ohne die ich das gesamte Projekt wohl nicht stemmen könnte!“ so Hering ´geschafft`, und denkt dabei neben seinem Motorenmann Mario Kalv (Falkenstein) und seinem Service-Mechaniker bei vielen Veranstaltungen vor Ort, Frank Köhler (Dungersgrün), vor allem an seine Familie, bestehend aus Frau und Sohn, die das Hobby ihres Mannes bzw. Vaters uneingeschränkt teilen. Wobei nicht verschwiegen werden sollte, dass Sohn Nick bereits in die motorsportlichen Fußstapfen seines Vaters getreten ist, und sich im Kartsport nicht unerfolgreich engagiert!
Als erste Veranstaltung steht am Pfingst-Wochenende das Wolsfelder ADAC-Bergrennen, ca. 30 km nordwestlich von Trier auf dem Programm, welches über 1,6 km zwischen Bitburg und Andernach führt, und eine Steigung von 9 % aufweist. „Es handelt sich bei um eine äußerst anspruchsvolle, kurvenreich und wellige Strecke, die weniger die Leistung des Motors, als das Können der Fahrer fordert, also eine so genannte ´Fahrerstrecke` ist“, so Ronny Hering in einem Pressegespräch am Rande der Rebesgrüner Veranstaltung, „denn da kann und darf man sich keine Fehler erlauben, da würde man sofort in den Leitplanken landen.“ Doch der Lengenfelder Bergrennfahrer sieht das erste Rennen mehr als einen noch umfangreicheren und unter Wettbewerbsbedingungen stattfindenden Funktionstest an, als das er gleich alle Leinen lösläßt und den Wolsfelder Berg im Spitzentempo zu erstürmen sucht. Der „schwarze Blitz“, der mit neu mit roten Applikationen und Aufklebern des Berg-Cup-Sponsors „KW“ „muss zudem auch erst noch ´eingefahren` werden“, erläutert Hering weiter.
Interessierte Motorsport-Fans können sich bei Facebook/´Ronny Hering` über weitere Details informieren, oder aber mit dem Piloten in direkten Kontakt treten.

Gerd Plietsch


Int. Rallye Sachsen von schwerem Unfall überschattet:

Patrik Dinkel und Felix Kiessling hören wie alle anderen Teilnehmer nach zwei WP´s auf

(gpp) – Mit einem guten Gefühl waren Patrik Dinkel (Rossach) und Felix Kiessling (Münchberg) zu ihrer zweiten Teilnahme an einer Rallye zur Deutschen Meisterschaft rund um die Autostadt Zwickau aufgebrochen, und gingen mit ihrem Mitsubishi Lancer Evo 9 nach einem guten halben Tag Training auch entsprechend motiviert in den Wettbewerb.
Und gleich in der ersten Wertungsprüfung (WP) „Wolfersgrün“ fuhren die beiden unter den 73 Teilnehmern der Int. Rallye Sachsen eine überaus ambitionierte Zeit, die sie auf den zwölften Gesamtrang und den zweiten Platz in ihrer Klasse brachte. Und auch in der „Glückauf“ Prüfung zwei, die sich durch das ´Kleeblatt` der Kreuzung zweier Bundesstraßen mitten in Zwickau schlängelt, und alljährlich von hunderten von Zuschauern gesäumt ist, konnten Dinkel/Kiessling den zweiten Platz festigen und hofften darauf, im zweiten Durchgang über beide Prüfungen noch ein wenig weiter nach vorne zu fahren.
Doch in der kurzen Pause dazwischen wurden alle Teilnehmer von Rallyeleiter Görlich über den äußerst schweren Zwischenfall innerhalb der WP eins informiert, wo nach einem Baumkontakt zunächst der beteiligte Fahrer noch am Unfallort seinen Verletzungen erlegen war, und dessen Beifahrer trotz sofortigem Flug in ein Krankenhaus, dort ebenfalls verstarb.
„Da wird Dir erst einmal wieder bewußt, dass unser Sport gefährlich ist, und wie selbstverständlich und zum Teil sorglos wir mit dieser Gefahr umgehen!“, so viele betroffene Fahrer und Beifahrer, Servicekräfte und Helfer und das gesamte Umfeld einer solchen überregionalen Veranstaltung.
Und wie könnte es fast nicht anders sein, auf die Frage von Rallyeleiter Görlich, die Rallye am Samstag fortzusetzen, oder ad hoc zu beenden – entschieden sich alle aus Respekt vor ihren verstorbenen Mitbewerbern dafür, die Rallye abzubrechen und nicht weiter fortzuführen.
Weitere Informationen gibt es im Internet unter
www.amc-coburg.de.

Gerd Plietsch


Von Zweien die loszogen – und nicht mehr wieder kamen….

Kai Günther und Sebastian Walker sterben auf der WP 1 der Int. Rallye Sachsen

(gpp) – „Wir sind dann ´mal weg!“ So oder ähnlich dürften bzw. könnten sich die beiden westsächsischen Rallyefahrer Kai Günther und Sebastian Walker verabschiedet haben. Und ganz egal ob es sich dabei um Geschwister, Eltern und Großeltern, oder Frau oder Kinder handelt, keiner hat wohl damit gerechnet, dass es sich um einen Abschied für immer handeln würde.
„Motorsport is dangerous!“
In der heutigen Zeit scheint dieses Mantra, welches unseren so geliebten Sport so viele Jahrzehnte negativ begleitete, an Kraft und Einfluß verloren zu haben – jedoch mitnichten!
Dass dieser folgenschwere Unfall bereits in der ersten Wertungsprüfung stattfand, und sich alle Fahrer in der kurzen Pause zwischen der WP 2 („Glückauf-Brücke“ – welche Ironie des Schicksals?!) und dem zweiten Durchgang durch WP 1 – als dann WP 3 – einstimmig für ein Ende der Veranstaltung aussprachen zeugt von großer Anteilnahme und womöglich von einem Erinnern an Gegebenheiten, die aufgrund jahrelanger Abwesenheit (obwohl sie wohl einmal mehr hartnäckig im Hintergrund lauerten) für ´ausgerottet` gegolten hatten.
Unser aller aufrichtige Anteilnahme gilt den Familien der beiden Rallyefahrer, und obwohl es weder für den Moment, noch später, ein Trost sein kann, Kai Günther und Sebastian Walker sind bei der Ausübung ihres geliebten Hobbies gestorben…

Gerd Plietsch